SPD-Fraktion stimmt gegen längeren Christkindlesmarkt

Veröffentlicht am 07.08.2018 in Kommunalpolitik

Mit einer äußerst knappen Mehrheit von zwei Stimmen hat der Ravensburger Gemeinderat einer Verlängerung des Christkindlesmarktes zugestimmt. Künftig dürfen die Verkaufsstände bis zum 23. Dezember geöffnet haben. Die Händler hatten betont, der Christkindlesmarkt sei ein wichtiger Frequenzbringer für den Einzelhandel. Die SPD-Fraktion hat geschlossen gegen die Verlängerung gestimmt.

Hier die Stellungnahme von Heike Engelhardt, die für die SPD-Fraktion sprach:

Der Handel weint – der Handel weint immer! Bei Regen oder bei Sonnenschein, bei geschlossener Tiefgarage oder bei gesperrtem Scheffelplatz, bei kurzem Christkindlesmarkt. Und – wahrscheinlich – auch bei zu langer Marktdauer.

„Wir brauchen einen langen Christkindlesmarkt, um die Innenstadt attraktiv zu halten“ – sagt das WiFo. „Ob langer Markt oder kurzer: Die Umsatzzahlen in den Geschäften ändern sich dadurch nicht“ – sagt eine Händlerin eines Qualitätsgeschäftes.

Was sich aber ändert, ist die Qualität des Marktes. Das besondere Flair, das gerade den Ravensburger Christkindlesmarkt ursprünglich von den sonstigen Weihnachtsmärkten landauf landab unterscheiden sollte, mit selber hergestellten oder besonderen Produkten für den kleinen wie den großen Geldbeutel, von den Schulen, die ihre Klassenkassen fürs Schullandheim aufbessern wollten, von den Vereinen, die sich präsentieren und vielleicht ihre Jugendarbeit unterstützen wollten und mit feinen Produkten aus den Partnerstädten.

Längst sind die Schulen ausgestiegen, weil sie die Öffnungszeiten nicht mehr abdecken können. Vereine haben abgesagt, weil sie das Pensum nicht mehr schaffen. Manche Vereine bangen vor unserer heutigen Entscheidung, die sie mittragen müssen, obwohl sie nicht wissen, wie sie es stemmen sollen. Aber zurück können sie auch nicht mehr, weil die Waren, beispielsweise aus den Partnerstädten längst bestellt sind.

28 Tage mit drei bis vier schichten à zwei bis drei Personen: da sind dann locker 336 Personen im Dienst. Auch wenn sich manche wegen der langen die Dauer mit anderen Betreibern abwechseln: Das ist ein Haufen Holz für Ehrenamtliche.

Manche sparen sogar einen Teil ihres Jahresurlaubes auf. Das WiFo wird den Ehrenamtlichen wohl kaum zusätzliches Verkaufspersonal zur Seite stellen, zumal diese Menschen sich dann nicht zwangsläufig mit der Idee der jeweiligen Anbieter identifizieren. Bleibt den Vereinen also nur, ihre Hütten abzutreten an kommerzielle Händler.

Und damit wird der Markt beliebig. Ob das die Kundschaft freut? Nicht wenige kommen, um ihre Freunde oder eben gerade die Vereine in der Stadt zu unterstützen. Die bleiben künftig als Kunden fern und bringen dann auch keine weitere Frequenz in die Stadt.“

 

Homepage SPD Ortsverein Ravensburg

Neuigkeiten

12.12.2018 19:10 Ausbildungsbilanz 2018: Eine starke Ausbildung für alle
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat heute seine Ausbildungsbilanz für 2018 vorgestellt. Die Bilanz wirft Licht und Schatten. Sie macht deutlich, dass die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBIG) überfällig ist. Die bisher bekannten Vorschläge der Bundesbildungsministerin greifen noch in jeder Hinsicht viel zu kurz. Wir wollen mit der Modernisierung das weltweit anerkannte, kooperative Zusammenspiel von Sozialpartnern, Staat

11.12.2018 20:45 10 Jahre Lebensmittel ohne Gentechnik sind ein großer Erfolg
Eine im Auftrag der SPD-Bundestagsfraktion erstellte Analyse zeigt, dass ‚Ohne Gentechnik‘ ein sehr erfolgreiches Marktsegment ist. Seit zehn Jahren gelten für das Label klare und strenge gesetzliche Vorgaben. Angebot und Nachfrage nach Milch, Eiern, Käse und Fleisch von Tieren, die ohne Gentechnik gefüttert wurden, wachsen weiter. „Das freiwillige Label ‚Ohne Gentechnik‘ sorgt für mehr Transparenz für

11.12.2018 20:41 Gute-Kita-Gesetz: mehr Qualität, weniger Gebühren
Der Bundestag beschließt diese Woche das Gute-Kita-Gesetz. Katja Mast sagt: Der Bund investiert 5,5 Millarden Euro für gute Kitas – und damit für gute Kinderbetreuung. „Das Gute-Kita-Gesetz kommt! Damit lösen wir unser Versprechen ein: mehr Qualität, weniger Gebühren.  Für die SPD-Bundestagfraktion ist klar: Jedes Kind muss die gleichen Chancen auf gute Kinderbetreuung haben. Dafür investiert der Bund

Ein Service von websozis.info

Leni Breymaier
Jetzt Mitglied werden
Online spenden