Asylbewerber in Wilhelmsdorf

Veröffentlicht am 18.05.2015 in Ortsverein

„Die Flüchtlinge und Asylbewerber brauchen dringend einen legalen und sicheren Zugang nach Europa, die europäischen Staaten müssen ihnen die Möglichkeit bieten, die jeweilige Landessprache schnell zu lernen, die bürokratischen Schwierigkeiten für die Aufnahme und die Anerkennung als Asylbewerber müssen so niedrig wie möglich gehalten werden - wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist es verhältnismäßig einfach, Arbeit für die Asylbewerber zu finden und zu vermitteln, jedenfalls in Handwerksberufen“.

So fasste der Vorsitzendes des SPD-Ortsvereins Wilhelmsdorf die Ergebnisse einer 1 1/2- stündigen Informationsveranstaltung zusammen, zu der der SPD-Ortsverein Wilhelmsdorf eingeladen hatte und die von der Leiterin des Unterstützerkreises Asylbewerber in Wilhelmsdorf Frau Schübert und weiteren fünf Mitgliedern dieses Unterstützerkreises sowie sieben Asylbewerbern aus den beiden Asylbewerberheimen in Wilhelmsdorf gestaltet wurde. Die Asylbewerber aus Gambia, Pakistan und Syrien gaben Auskunft über ihr Leben und Lernen in Wilhelmsdorf und ihre Bemühungen, Arbeit zu finden, Frau Schübert und die anderen Mitglieder des Unterstützerkreises informierten über die Lebens- und Lernbedingungen, die mentalen Eigenheiten der Asylbewerber, die Schwierigkeiten, die unser bürokratisches System für die Flüchtlinge bereit hält und die Traumatisierungen, denen sie auf ihrer Flucht - teilweise durch die Wüste, auf jeden Fall übers Mittelmeer - ausgesetzt waren.


Die wichtigste Botschaft der Mitglieder des Unterstützerkreises war wohl: die Beschäftigung mit den Flüchtlingen, das Bemühen, ihnen zu helfen und sie bei den Ämtern, der Arbeitssuche und beim lernen der deutschen Sprache zu unterstützen, gibt dieses Flüchtlingen ein Gesicht - macht sie von einem „Fall“ zu einem Menschen, den man nicht hängen- oder gar fallenlassen kann, auch wenn seine andere, ungewohnte Mentalität manchmal zu Frustrationen führt. So wurde der Abend unversehens zu einer Werbung für einen positiven, offenen Umgang mit den Flüchtlingen und dafür, sich ihnen zuzuwenden mit Empathie, Verständnis für ihre aktuellen und in der Vergangenheit liegenden Schwierigkeiten und ihnen hier zu helfen, sich in der Fremde zurecht zu finden.


Die Asylbewerber hoben in ihren zum Teil auf deutsch gehaltenen Bemerkungen hervor, dass sie die positive Grundeinstellung der Wilhelmsdorfer Bevölkerung als wohltuend empfinden - und für die Unterstützung des Unterstützerkreises dankbar sind.

Immer wieder aber schweifte der Blick der Anwesenden über Wilhelmsdorf hinaus. Das führte zu der Forderung „Die Situation in den Herkunftsländern muss positiv gestaltet werden“ (wobei keiner sagen konnte, wie das konkret zu bewerkstelligen sei) und eben zu den Forderungen, die am Schluss der Veranstaltung (und am Anfang dieses Berichtes) standen: legaler, sichererZugang, ohne auf Schlepper angewiesen zu sein, garantierte (und geforderte) Möglichkeit, deutsch zu lernen, möglichst geringe bürokratische Hürden und ausreichende personelle Ausstattung der Aufnahmestellen.


Die heutigen Nachrichten über die Aufnahme der EU-Kommissionsvorschläge über die
Quotenregelung für die Aufnahme von Flüchtlingen durch mehrere Mitgliedsstaaten allerdings gibt der Hoffnung auf eine positive Entwicklung kaum Nahrung.

 

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