Bauvoranfrage für Schule in Aitrach - SPD warnt vor Pius-Bruderschaft

Veröffentlicht am 17.07.2010 in Pressemitteilungen

Die SPD steht dem geplanten Bau einer Schule der Pius-Bruderschaft in Aitrach (Kreis Ravensburg) äußerst kritisch gegenüber. Auf Anregung des Biberacher SPD- Bundestagsabgeordneten Martin Gerster und einigen Aitracher Gemeinderäten wird sich der Landtag in Stuttgart mit dem Thema befassen.

Die Ansichten der Pius-Bruderschaft sind laut SPD nicht mit dem Erziehungs- und Bildungsauftrag für staatlich anerkannten Schulen in Baden-Württemberg vereinbar. Der Landtagsabgeordnete Christoph Bayer, kirchenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion warnt davor, von der Pius-Bruderschaft Schulen betreiben zu lassen und in Aitrach eine Plattform für Ausfälle gegen andere Religionen zu eröffnen. „Die Eltern und Bürger in Aitrach müssen sicher sein, dass in Schulen verfassungs- und demokratiegemäße Inhalte gelehrt werden“, betonte der hiesige Bundestagsabgeordnete Martin Gerster. Die Bauvoranfrage in Aitrach ist daher Anlass für die SPD, das Kultusministerium erneut mit einer Überprüfung der Pius-Bruderschaft als Schulträger zu beauftragen. Am
heutigen Freitag brachte die SPD-Fraktion eine entsprechende kleine Anfrage im baden-württembergischen Landtag ein. Die Abgeordneten Christoph Bayer und Martin Gerster sehen sich in ihrem Vorgehen vor allem durch eine Unterschriftenaktion von besorgten Bürgern in Aitrach ermutigt. Martin Gerster: „Vor Ort gibt es zurecht große Skepsis gegenüber der Pius-Bruderschaft.“
Angesichts der Äußerungen aus der Pius-Gemeinde muss laut SPD befürchtet werden, dass die Bruderschaft grundlegende Wertvorstellung des Grundgesetzes nicht teilt. Die SPD verweist darauf, dass die Leugnung des Holocausts durch Richard Williamson, Erzbischof der Pius-Brüder, nur die Spitze des Eisbergs darstelle. Das zeigten auch Äußerungen des deutschen Distriktoberen, Pater Franz Schmidberger, und dessen österreichischen Kollegen Helmut Trutt mit heftigen Ausfällen gegen den Islam und das Judentum. Damit werde deutlich unterstrichen, dass die Bruderschaft die Religionsfreiheit und die Menschenrechte ablehne. Dieter Graumann, Viezepräsident des Zentralrats der Juden, sieht sogar „eine Nähe zu faschistischen politischen Gruppen“. Zudem fordern die katholischen Laien im Erzbistum Paderborn „mit Blick auf ihr Staats- und Kirchverständnis“, die Pius-Brüder vom
Verfassungsschutz überwachen zu lassen. Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, verlangte bereits, die Schulen der Pius-Bruderschaft genau zu überprüfen.

 

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