SPD besichtigt innovative Manufaktur – Modellbaufirma NOCH wird 100 Jahre alt

Veröffentlicht am 15.12.2010 in Presseecho

Firmenchef Dr. Rainer Noch erklärte dem SPD-Landtagsabgeordneten Claus Schmiedel den Modellbau-Betrieb Foto: Klose

Die Wangener Firma Modellbau NOCH sieht in den kommenden Jahren weitere Möglichkeiten, im Markt zu wachsen. Denn das Thema Modelleisenbahn und Modellbau spiele in den Familien wieder mehr eine Rolle, weshalb Dr. Rainer Noch zuversichtlich in die Zukunft schaut. Apropos: 2011 wird NOCH 100 Jahre alt. Auch deshalb hat der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Claus Schmiedel, dem bekannten Wangener Vorzeigeunternehmen einen Besuch abgestattet.

Heute sind 95 Prozent der Kunden erwachsene Männer – und keine Kinder. „Wir sind kein Spielzeug-Hersteller, sondern ein Bastelhersteller“, sagt Dr. Rainer Noch. Und trotzdem gebe es hoffnungsvolle Anzeichen, dass in den Familien das Hobby Modelleisenbahn und Modellbau wieder aufblühe. „Immer mehr Familien wollen nicht mehr, dass ihre Kinder nur vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen, das gemeinsame Basteln und Spielen ist wieder wichtiger geworden. Dieses Phänomen ist noch ein zartes Pflänzchen, aber es stimmt uns zuversichtlich“, so Noch. Auch in den Schulen sei Modellbau immer mehr ein Thema.

55 Mitarbeiter in der Produktion

1911 ist die Firma von Oswald Noch in Glauchau (Sachsen) als Klempnerei NOCH gegründet worden. 2011 wird die Firma 100. „Das ist für uns schon ein ganz besonderes Ereignis, das wir entsprechend feiern werden“, betont der Firmenchef. Heute arbeiten in Wangen 55 Mitarbeiter in der Produktion, 25 in der Verwaltung. „Wir sind kein Industriebetrieb im klassischen Sinn, sondern eher eine Manufaktur mit sehr viel Handarbeit“, erklärt Noch weiter. Mit Fertiggelände für Modelleisenbahnen ist die Firma bekannt geworden, heute sind andere, innovative Produkte wie hochstabile und einfach zusammenklappbare Modellhäuser aus Pappkarton, die per „Laser-Cut-Verfahren“ hergestellt werden, wichtiger im Portfolio der Wangener Firma. Ein anderes wichtiges Standbein ist inzwischen „NOCHDisplay“, ein speziell entwickeltes Verfahren mit 3-D-Strukturschaum. „Bei dieser Hartschaumtechnologie für Warenpräsentationsräume sind wir Marktführer, da steckt unheimlich viel Know-how drin.“

Der Chef der SPD-Landtagsfraktion Claus Schmiedel, der zusammen mit den örtlichen SPD-Vertretern Otto Ziegler, Peter Clement, Albert Enderle und Albert Maksuti die Firma besuchte, staunte beim Rundgang nicht schlecht über die Ideen und Produkte, die die Firma NOCH für die Miniaturwelten entwickelt und vertreibt. „Ich bin von Ihrem Familienbetrieb beeindruckt“, sagte Schmiedel.

Von November bis März geht es bei der Firma NOCH rund, da ist Hochsaison. Wobei nicht der Dezember wegen Weihnachten der stärkste Monat sei, sondern der Januar. „Da haben die Bastler dann die nötige Zeit“, sagte Dr. Rainer Noch. Um dem saisonalen Ansturm Herr zu werden, beschäftigt die Firma NOCH im Winter zusätzlich 40 Heimarbeitsplätze, hauptsächlich Landwirte, die in ihrer ruhigen Zeit sich so etwas dazu verdienen können. „Unsere festen Mitarbeiter im Betrieb arbeiten nach Jahresarbeitszeitkonten, im Winter müssen sie mehr arbeiten, im Sommer dafür weniger“, so der Firmeninhaber.

Kein Vertrieb übers Internet

NOCH stellt keine Billigartikel her und vertreibt seine Produkte auch nicht übers Internet. Dahinter steckt Firmenphilosophie und Überzeugung. „Wir sind der fachhandeltreueste Betrieb in unserer Branche, die Händler vertrauen uns. Wir sind eine sehr bekannte Marke und haben deshalb einen direkten Händler- und Kundenzugang. Deshalb gehen wir bewusst nicht ins Internet, der Handel würde uns dafür abstrafen, der Imageschaden wäre groß“, betont Noch. Größter Einzelkunde der Firma NOCH ist der Versandhandel Conrad Elektronik, gefolgt vom Ulmer Drogerieimperium Müller, das in seinen großen Filialen Spiel- und Bastelwarenabteilungen hat.

„Im Exportgeschäft haben wir auf jeden Fall auch noch die Chance, zu wachsen.“ Ungefähr 34 Prozent des Umsatzes macht der Export heute bei NOCH aus, die osteuropäischen Märkte seien in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Größter Einzelmarkt sei Goßbritannien.

Firmeninhaber Dr. Rainer Noch hätte gerne die Gelegenheit genutzt, dem Vertreter des Landtags zu sagen, wo der Schuh drückt. „Aber er drückt nirgends. Wir sind sehr zufrieden und haben auch bei unseren Erweiterungen des Firmengebäudes immer Unterstützung erhalten.“ SPD-Fraktionschef Schmiedel wollte wissen, ob es mit Banken beziehungsweise mit der Finanzierbarkeit Probleme gebe. Rainer Noch: „Nein, da sind wir aber auch sehr konservativ unterwegs, die größten Investitionen waren immer in das Gebäude. Wir sind ja nur ein kleines mittelständisches Unternehmen.“ Beim Wangener Miniaturwelt-Spezialisten ist also heile Welt. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen aufs Jubiläumsjahr, 2011 wird NOCH deshalb auf der Spielwarenmesse einige neue Produkte vorstellen, die speziell aufs 100-jährige Bestehen der Firma zugeschnitten sind.

Von Christian Klose, Schwäbische Zeitung am 15.12.2010

 

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