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Von Unverzichtbarkeit ist „nichts zu merken“

Veröffentlicht am 15.10.2010 in Wahlkreis

ISNY- Die Landtagsabgeordnete Ulla Haußmann (SPD) ist auf Einladung der SPD Isny und Ortsvereinsvorsitzendem Otto Ziegler zu einem Gespräch über gesundheitspolitische Themen ins Stephanuswerk gekommen.

„Sie dürfen alle Sorgen bei mir abladen“, ermunterte Haußmann eingangs. Übers Abladen ging es auch nicht hinaus, denn konkrete Konzepte, Lösungsmöglichkeiten oder gar Versprechen hatte die Sprecherin für Sozial- und Gesundheitspolitik nicht parat. „Da fehlen uns Mehrheiten“, erklärte sie.

Belegung ist rückläufig

Regionaldirektor Dirk Holst machte darauf aufmerksam, dass geriatrische Reha die Notwendigkeit von Pflege in vielen Fällen hinausschieben würde. Dass in Baden-Württemberg die Geriatrie zwar als unverzichtbar bezeichnet werde, „wir davon aber nichts merken“. Die Belegung sei ständig rückläufig. Vor 20 Jahren habe man im Land in der Geriatrie ein führendes System gehabt, erklärte auch Bürgermeister Rainer Magenreuter, jetzt laufe es auf das Gegenteil hinaus. Auch die Oberschwabenklinik (OSK) habe ihre liebe Not mit der Geriatrie. Holst fürchtet, die Entwicklung führe in die vollstationäre Versorgung. Er könne sich das nur so erklären, dass geriatrische Reha die Krankenkassen bezahlen müssten, die Pflege aber als eine Art Teilkasko zu einem großen Teil von den Betroffenen und ihren Angehörigen bezahlt würde. Bayern sei, wies Holst hin, auf diesem Gebiet deutlich weiter, die Mehrzahl der Betten in der geriatrischen Reha würden aus Bayern belegt.


Die Bremse angezogen

Bernd Grube, Leiter der medizinisch-beruflichen Rehabilitation bemängelte, dass der Schwerpunkt der Förderung bei den Jugendlichen liege und bei den Erwachsenen über 25 Jahren „die Bremse angezogen wird. Bei der Wiedereingliederung gebe es einen großen Rückgang, der die ganze Einrichtung gefährde, ergänzte Luise Schneider, Leiterin der beruflichen Bildung.

Schwäbische Zeitung vom 13.10.2010

 

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