Schmiedel wirbt für Ravensburger Gemeinschaftsschule

Veröffentlicht am 03.09.2011 in Presseecho

Der Ravensburger OV Vorsitzende Felix Rückgauer mit SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel

Modell ist Grundlage für Schulpolitik des Landes – Lehrerfortbildung wird Kernfrage

RAVENSBURG - Claus Schmiedel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, hat am Dienstagabend an die Ravensburger Verantwortlichen eindringlich appelliert, sich für die Umsetzung der Gemeinschaftssschule einzusetzen. Bei einem bildungspolitischen Gesprächsabend der hiesigen SPD im Vogthaus sagte er: „Es wäre schade, wenn man gerade hier zu lange darauf warten müsste.“ Der Sozialdemokrat bezog sich damit auf die aktuellen Diskussionen in Ravensburg, die zuletzt die Modellschule wieder in Frage stellten.

Gerade das Ravensburger Modell sei laut Schmiedel Keimzelle für die von der neuen Landesregierung geplante flächendeckende Einführung der Gemeinschaftsschule. Auf diesen Ideen fuße die gesamte Schulpolitik von Grün-Rot. Schmiedel: „Ravensburg und ganz Oberschwaben haben sich um die Gemeinschaftsschule große Verdienste erworben.“ Von hier sei die Diskussion in die Öffentlichkeit getragen worden, dass „das tradierte dreigliedrige Schulsystem verbesserungswürdig ist“. Mit Blick auf die aktuelle Debatte in der Stadt (die SZ berichtete) merkte er an: „Es bieten sich unglaubliche Chancen. Man muss nur zugreifen. Jetzt liegt es an den Akteuren vor Ort.“ Und mit Blick auf mögliche Widerstände bei der Standortfrage, ganz aktuell in Ravensburg an der Neuwiesenschule, sagte er: „Die Eltern haben nichts zu verlieren. Man kann nur gewinnen.“

Schmiedel mahnte überdies zur Eile: „Man braucht nicht darauf zu warten, bis im nächsten Frühjahr alles in ein Gesetz gegossen ist.“ Der SPD-Fraktionschef ließ bei dem Gesprächsabend durchblicken, dass es Wunsch der Landesregierung ist, zum Schuljahr 2012/13 mit möglichst vielen Gemeinschaftsschulen starten zu können. Stuttgart werde dafür das entsprechende Lehrerpersonal bereitstellen, versprach er.

Bei der Diskussion mit den 40 sich vor allem aus Pädagogen und Stadtpolitikern rekrutierenden Anwesenden kristallisierten sich indes Zweifel heraus, dass die Lehrer dann auch ausreichend auf die neuen Anforderungen mit dem Schwerpunkt der individuellen Förderung der Kinder vorbereitet seien. Schmiedel gab zu, dass auf dem Weg dahin viel Arbeit nötig sei. Eine für die Lehrerausbildung zuständige Vertreterin des Staatlichen Schulamts in Markdorf beschwichtigte: „Wir haben den Weg in die individuelle Förderung schon lange vorbereitet, aber wir müssen das noch ausbauen.“ Landtagsabgeordneter Manne Lucha (Grüne) sieht die Voraussetzungen ebenfalls positiv: „Es ist wichtig, dass wir mit diesem Schulsystem beginnen, weil wir die Zusage der Pädagogischen Hochschule Weingarten haben, dass sie uns begleitet.“

Von Jan Peter Steppat, Schwäbische Zeitung 1.9.11

 

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