Trauer um Kurt Rückstieß: Ein aufrechter Sozialdemokrat

Veröffentlicht am 18.03.2018 in Allgemein

RAVENSBURG: Trauer um Kurt Rückstieß. Der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete aus Ravensburg ist am Mittwoch im Alter von 97 Jahren gestorben.

38 Jahre lang saß Kurt Rückstieß im Kreistag von Ravensburg, 33 Jahre lang gehörte er dem Stadtparlament an und vier Jahre lang war er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg, nach Karl Müller der zweite und letzte für die SPD aus Ravensburg. 

Ausgezeichnet wurde er dafür mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg und der Ehrennadel der Stadt Ravensburg. Politik, für die „kleinen Leute“ zumal, lag dem engagierten Sozialdemokraten am Herzen.

 

Vertrieben aus Ostpreußen, schwer kriegsverletzt und durch eine Oberschenkelamputation eingeschränkt, boxte sich der gelernte Rundfunk- und Fernsehtechniker durch, kletterte mit Prothese auf die Dächer, wie sich seine Tochter beim letzten gemeinsamen Besuch im Bruderhaus erinnerte, und trat unerschrocken dafür ein, die Wohn- und Lebenssituation der Ravensburger in den Quartieren abseits der Nobelstraßen ein. Zwölf Jahre lang war er Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion, trat durchaus energisch auf und verließ mit seiner Fraktion auch mal die Sitzung, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Mitglied im VdK und der AWO, wusste er um die Probleme derer, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Seit 1948 gehörte Rückstieß der SPD an. Besuche seiner Parteifreunde erfreuten ihn stets, besonders wenn Landtagsabgeordnete oder Vertreter der Bundespartei ihm die Ehre erwiesen. Lange noch empfing Rückstieß seine Gäste in seiner betreuten Wohnung im Bruderhaus, wo er auf dem Balkon sich auch an seinen Vögelchen erfreute. Seit einem Jahr freilich wurde ihm das Leben zunehmend mühsam. Für die Politik und seine SPD interessierte sich der aufrechte Sozialdemokrat auch im hohen Alter noch. Zu gerne wäre er im vergangenen September mit zur Kundgebung auf den Holzmarkt gekommen, als die örtliche Kandidatin Heike Engelhardt und der stellvertretende Bundesvorsitzende Ralf Stegner dort sprachen. Viele Tipps hatte der erfahrene Landes- und Kommunalpolitiker für die jüngere Parteikollegin parat, die ihn mit Stegner zusammen im Bruderhaus besuchte. Und zum Abschied gab er ihnen stets die Mahnung mit: „Schaut auf die kleinen Leute!“

 

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Leni Breymaier
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